Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL)

Gefördert aus Mitteln des Landes Brandenburg, vertreten durch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg.

Land Brandenburg

Flächenkulisse

Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Untersuchungen fanden auf Landwirtschaftsbetrieben statt, die die AUMK Moorschonende Stauhaltung beantragt und gefördert bekommen haben. Aus den Antragsjahren 2016-2020 erklärten sich insgesamt 8 Betriebe zur Zusammenarbeit mit dem Projekt NeMoS bereit.

Die Betriebe bewirtschaften mit der Förderung der AUKM Moorgrünlandflächen mit einer Größe von ca. vier bis ca. 300 Hektar. Die Flächen, die im Rahmen der Moorschonenden Stauhaltung gefördert werden, sind kleinräumig sehr divers in Hinblick auf Relief, Wasserstand und Vegetation. Sie werden als Mähweiden und Wiesen extensiv genutzt. Dabei haben sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Betriebe Förderung erhalten.

überstaute Bereiche einer untersuchten Fläche im Spreewald
Beweidung von Niedermoorböden

Moortypen und Zustand der Untersuchungsflächen

Laut Moorbodenkarte Brandenburg (MoorFIS) liegt die Mächtigkeit der Torfschichten auf den Untersuchungsflächen zwichen gering mächtig (3-7 dm) bis sehr mächtig (Torfschichten >12 dm). Durch die Entwässerung wurden die oberen Bodenschichten jedoch über lange Zeit durchlüftet und sind daher vererdet oder vermulmt.


Nur in einigen dauerhaft feuchten Bereichen ist die Zersetzung weniger stark fortgeschritten, sodass Schilf- und Erlenbruchtorfe erkennbar waren. An den Rändern oder auch eingestreut finden sich auch feuchte, grundwasserbeeinflusste Mineralböden (Gleye). Dies geht darauf zurück, dass Sande eingeweht, nach Überflutungen der Flüsse/Gräben abgelagert oder zur Verbesserung der Bewirtschaftbarkeit aufgeschüttet wurden. Die Untersuchungsflächen sind flach bis leicht geneigt und von Entwässerungsgräben durchzogen.

Mittels Moorbohrungen bis in vier Metern Tiefe konnten Rückschlüsse auf die Entstehung der Moore gezogen werden, die auf den untersuchten Flächen vor allem in Hohlformen durch die Verlandung früherer Seen entstanden sind. Kennzeichnend sind Ablagerungen von Seesedimenten (Mudden). Darauf bildeten sich später durch Grundwasseranstieg versumpfte Niederungen, in denen geringmächtige Torfschichten abgelagert wurden.

ehemals aufgeschütteter Weg (C. Dammann)
Grünland über ehemaligen Dünenzügen (Google 2019/GeoBasis-DE/BKG)

Grundwasserstand

Im Rahmen der Moorschonenden Stauhaltung wurde der Wasserstand bei 3 Betrieben um etwa 0,2 - 0,3 m angehoben. Bei einem Betrieb kam es im Zuge eines zusätzlich angelegten Naturschutzprojektes zu einer Erhöhung der Wasserstände um über 0,5 m.

Vegetation

Auf den Flächen überwiegen extensiv genutzte Feuchtwiesen und -weiden. Diese nährstoffreichen Standorte werden von Großseggen, Rohrglanzgras und Schilf dominiert. In Stauwasserbereichen haben sich z.T. großflächige Binsenbestände etabliert. Sie werden begleitet von feuchteliebenden Arten wie Sumpf-Schafgarbe, Gewöhnlicher Gilbweiderich, Rasenschmiele und Sumpf-Schachtelhalm. Moorspezifische Arten, also Arten, deren Lebensraum ausschließlich auf Moore begrenzt ist, sind auf den durch Renaturierungsmaßnahmen geprägten Flächen zu finden. Dazu gehören das Schmalblättrige Wollgras, das Sumpf-Blutauge und die Blasen-Segge.

Nutzung


Der Großteil der Moorgrünlandflächen wird in einer Kombination aus Weide und Mahd bewirtschaftet, wobei hauptsächlich Rinder in Mutterkuhhaltung, bei einem Betrieb auch unregelmäßig Schafe (Moorschnucken) aufgetrieben werden. Die Nutzung ist extensiv mit einem Tierbesatz von 0,14 bis 0,8 GV/ha.
Für die feuchten bis nassen Standorte werden bei 3 der 4 Betrieben moorangepasste Technik wie leichte Traktoren (2), Breitreifen/Grünlandbereifung (1) und extra leichte Anbaugeräte (2) eingesetzt, um ein Einsinken bzw. Festfahren zu vermeiden.

Flächenkulisse

Moorbodenkarte BB, Flächenkulisse als Basis für die Förderung
Verbreitung der ursprünglichen Moortypen in Brandenburg (Landgraf 2010)

Zersetzung und Degradierung

Vererdete und vermulmte Horizonte sind das Resultat der Zersetzung von Torfen durch Belüftung und Bodenbearbeitung. Während vererdete Torfe Ähnlichkeit mit Gartenerde aufweisen und vertorfte Pflanzenreste zwar erkennbar, aber keiner Art zuzuordnen sind, zeichnen sich die stärker degradierten Torfe, die vermulmten Torfe, durch ihr Feinstkorngefüge aus. Dieses erinnert im trockenen Zustand an Kohlegrus. Pflanzenreste sind nicht mehr erkennbar.

Moorbohrungen

Moorbohrung in einem Versumpfungsmoor über einem Verlandungsmoor. Die hellgrau gebänderten feinen Ablagerungen stellen Seesedimente, sog. Mudden, dar (C. Schulz)
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