Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL)

Gefördert aus Mitteln des Landes Brandenburg, vertreten durch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg.

Land Brandenburg

Klimarelevanz der Moornutzung

Moore sind große Kohlenstoffspeicher. Global betrachtet ist mehr Kohlenstoff in den Torfen der Moore gespeichert als in allen Wäldern der Erde, obwohl der Flächenanteil der Moore nur drei Prozent der Landoberfläche umfasst. Bei langanhaltender Wassersättigung werden die Abbauprozesse unter anaeroben Bedingungen (ohne Sauerstoff) gehemmt und die abgestorbene organische Masse wird als Torf festgelegt, der sich über die Jahre akkumuliert. Der Kreislauf der Stoffe wird an dieser Stelle unterbrochen. Bei Entwässerung und damit Belüftung der oberen Bodenschichten wird dieses vorzersetzte Substrat rasant durch Mikroorganismen und Pilze umgesetzt und der Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre entlassen. (Treibhausgaspotenziale unterschiedlicher Gase).

Die Moorstandorte wandeln sich in Abhängigkeit vom Wasserstand von einer Kohlenstoff-Senke in eine Kohlenstoff-Quelle (siehe Abbildung rechts). Zusätzlich wird Lachgas (NO2) – ein 300 Mal klimaschädlicheres Gas als CO2 in Größenordnungen ausgestoßen.

In Deutschland werden ca. 90 % der Moorflächen landwirtschaftlich genutzt, das sind ca. 8 % der Landwirtschaftsfläche. 2016 betrugen die Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Moorböden ca. 38 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente und umfassen damit 40 % der Emissionen aus den Sektoren Landwirtschaft und Landnutzung und mehr als 4 % der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen (UBA 2018). Durch die Absenkung der Wasserstände werden nicht nur Treibhausgase freigegeben, sondern es gelangen durch die Gräben Nähr- und Schadstoffe in die Gewässer, was den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie widerspricht.

 

 

Moornutzung in Brandenburg

In Brandenburg werden von den ca. 165.000 ha Mooren ungefähr 110.000 ha als Grünland in Wiesen-, Weiden- und Mähweidenwirtschaft genutzt. Während eine Nasswiese ca. 7 t CO2-Äquivalente/ha und Jahr emittiert (COUWENBERG ET AL. 2008), werden mit zunehmender Entwässerungstiefe ca. 5 Tonnen CO2 je 10 cm Grundwasserabsenkung mehr entlassen (REICHELT 2015). Eine torfschonendere Nutzung mit höheren Wasserständen ist daher unverzichtbar.

Tabelle: Flächenumfänge der organischen Böden für dominierende Nutzungsarten (MIL 2013)
NutzungsartMoorböden (ha)Moorböden (ha)Moorböden (ha)
Grünland110.00019.00038.000
Ackerland11.00019.00012.000
Forst30.0004.0004.000
Ungenutzte naturnahe Moore8.000300700
Sonderstandorte3.0001.0001.000
Gewässerbegleitende Standorte3.000100300

 

 

 

Klimarelevanz der Moore

Quelle: Naturkapital Deutschland – TEEB (2014)

Treibhausgasemissionen organischer Böden

(Greiswalder Moorzentrum)

Moornutzung in Brandenburg

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