Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL)

Gefördert aus Mitteln des Landes Brandenburg, vertreten durch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg.

Land Brandenburg

Netzwerkprojekt des neuen LPV Prignitz-Ruppiner Land

Der erst im Jahr 2017 neu gegründete Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land e.V. hat über die Richtlinie eine vierjährige Förderung für das Projekt „Etablierung und Koordinierung eines Netzwerkes von Landnutzern, Landeigentümern, Umwelt- und Bildungsakteuren für nachhaltige und klimaschonende Landnutzung in der Region des LPV Prignitz – Ruppiner Land e. V.“ bekommen. Mit der Förderung konnten zwei Projektmitarbeiter eingestellt werden. Ziel des Projekts ist die Etablierung des Netzwerks anhand von drei Projektmodulen, die sich mit Greeningmaßnahmen, Eiweißpflanzenanbau und der Beratung von Flächeneigentümern und -pächtern zur nachhaltigen und klimaschonenden Landnutzung befassen. Die Projektlaufzeit ist vom 1.7.2018 bis 31.12.2022.

Die Anpassung der Landnutzung an sich verändernde Rahmenbedingungen ist ein langsamer Prozess, der nur dann erfolgreich verlaufen kann, wenn die einzelnen Handelnden in einem langfristig funktionierenden Netzwerk zusammenarbeiten. Mit dem Projekt wird Etablierung eines langfristigen Netzwerks von Landnutzern, Landeigentümern, Umwelt- und Bildungsakteuren zur Umsetzung einer klimaschonenden Landnutzung angestrebt. Die Netzwerkarbeit wird in drei Projektmodulen erfolgen:

1. Projektmodul Wissenstransfer Kirchgemeinden

Kirchgemeinden sind Eigentümer land- und forstwirtschaftlicher Flächen unterschiedlichster Größen. Die „Handreichung zur Verpachtung landwirtschaftlicher Nutzflächen“ der Landeskirche EKBO vermittelt grundlegende Kenntnisse zur nachhaltigen Landnutzung und wirbt dafür, bei der Verpachtung von Flächen durch Vergabekriterien und Vertragsgestaltung gezielt ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Eine konkrete Anpassung an die jeweilige naturräumliche und wirtschaftliche Situation muss durch die Gemeinden selbst erfolgen. Im Netzwerkprojekt werden Kirchgemeinden bei der Auswahl und Anwendung der ökologischen und sozialen Auswahlkriterien der Handreichung zu den Themen Naturschutzmaßnahmen, Bodenschutz / Erhaltung Bodenfruchtbarkeit, Pflanzenschutz, Geschlossene Betriebskreisläufe und Nachhaltige Betriebsformen unterstützt.

2. Projektmodul Wissensaustausch zum Einsatz regionaler Eiweißpflanzen und praktische Umsetzung

Der Wert der Körnerleguminosen für Bodenfruchtbarkeit und als Eiweißträger ist unumstritten. Dennoch sank der Anbau in Deutschland inzwischen auf unter 1 % der Ackerfläche. Mit der „Eiweißpflanzenstrategie“ verfolgt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Ziel, Wettbewerbsnachteile von heimischen Leguminosen (wie Ackerbohne, Erbse und Lupinenarten sowie Kleearten, Luzerne und Wicke) auszugleichen, Forschungslücken zu schließen und erforderliche Maßnahmen zur Umsetzung vorhandenen Wissens in der Praxis darzustellen. Beabsichtigt ist hier ein regionales Netzwerk von Landwirten, die an Anbau und regionaler Verarbeitung der Eiweißpflanzen mitwirken und Erfahrungen weitergeben.

3. Projektmodul Projektmodul Greening-Einbindung in Landschaftspflegeprojekte

Landwirtschaftliche Betriebe, die an der Basisprämienregelung teilnehmen, müssen auf allen ihren beihilfefähigen Flächen bestimmte dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden, das sogenannte Greening, einhalten. Mit dem Netzwerkprojekt wird eine überbetriebliche und in regionale Projekte eingebundene Ausgestaltung der Greeningmaßnahmen vor Ort unterstützt. So können die mit der Agrarförderung verbundenen Greeningverpflichtungen der Betriebe zusätzliche Synergieeffekte bringen, wenn sie fachlich im Blick auf die Wirkungen des Greenings über die Einzelflächen hinaus sinnvoll eingebunden werden. Damit würde auch die Akzeptanz der Greeningverpflichtungen gesteigert, da die Wirkungskette im Sinne des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes vergrößert wird und die Sichtbarkeit umweltrelevanter Arbeit der Landwirtschaftsbetriebe verbessert werden kann.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt über die "Richtlinie Zusammenarbeit für die Implementierung und Verbreitung einer ressourcen-, klimaschonenden und klimaresistenten Landnutzung" des MLUL. Das Projekt läuft bis 31.12.2022.

Ansprechpartner für weitere Informationen sind:
Andreas Bergmann und Jakob Richter
Telefon: (033 94) 40 59 424
mail: lpv-prignitz-ruppiner-land@posteo.de

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