Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL)

Gefördert aus Mitteln des Landes Brandenburg, vertreten durch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg.

Land Brandenburg

Zehn neue Kooperative Projekte in Brandenburg gestartet

Es tut sich was in Brandenburg. Nachdem die LPV und die DVL-Koordinierungsstelle Brandenburg/Berlin fast ein Jahr auf die Fördermittelbescheide gewartet hatten, gab es im November den Startschuss für zehn kooperative Projekte – coronabedingt eher leise und ohne typische Auftaktveranstaltungen.

Die fachliche Bandbreite der in den Projekten angegangenen Themen kann sich sehen lassen und spiegelt einerseits die Vielfalt der Arbeitsbereiche der Landschaftspflegeorganisationen wider sowie den Ansatz Projekte immer in Kooperation von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen bzw. Administrationen umzusetzen. Die „Richtlinie Zusammenarbeit“ passt außerordentlich gut auf das Selbstverständnis und die Arbeitsweise von Landschaftspflegeorganisationen, da sie „der Stärkung kooperativer Strukturen … dienen und … die Erarbeitung und Umsetzung gemeinsamer Konzepte, Strategien und Umweltprojekte unterstützen“ soll. Grundlage der Richtlinie ist der Artikel 35 der ELER-Verordnung. Bereits im letzten Fördermittelaufruf wurden mehrere Projekte von Landschaftspflegeorganisationen bewilligt.

Im Folgenden werden die Projekte gestarteten kurz vorgestellt:

Das Projekt „Anbau mehrjähriger Energiepflanzen in der Prignitz“ soll Landwirt*innen Perspektiven im Anbau von alternativen Energiepflanzen aufzeigen, um zur Biodiversitätssteigerung und Bodenverbesserung beizutragen. Bisher konnten 17 ha Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) und 8 ha mehrjährige Wildpflanzenmischungen angebaut und Landwirt*innen für den Anbau weiterer Flächen gewonnen werden. Der Fachartikel im Juli-Rundbrief widmete sich intensiv dem Anbau mehrjähriger Energiepflanzen und dem Projekt.
Kontakt: Thomas Bigalke, DVL-Koordinierungsstelle Brandenburg/Berlin, t.bigalke[at]lpv.de

Durch den Aufbau des Hanf-Kompetenznetzwerk* möchte der Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land für den verstärkten Nutzhanf-Anbau werben, dessen Verwertung und Vermarktung mithilfe wissenschaftlich und betrieblich begleiteter Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung fördern. Mit dem zweiten Netzwerkprojekt Naturschutzberatung in der Prignitz* initiiert der Landschaftspflegeverband zusammen mit der DVL-Koordinierungsstelle ein Netzwerk zur Naturschutzberatung in der Region. Dafür werden Naturschutzberater*innen zu verschiedenen Fachthemen ausgebildet, auf die betriebliche Beratung praxisnah vorbereitet und für ihre Arbeit unterstützend vernetzt. Im dritten Projekt B³ – Bienen brauchen Blüten** wird eine Bienenstrategie für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin entwickelt, indem verschiedene Maßnahmen auf land- und forstwirtschaftlichen Teilflächen zugunsten eines verzweigten, blütenreichen Biotopnetzwerks gebündelt, koordiniert und über einen Leitfaden veröffentlicht werden.
Kontakt: LPV Prignitz-Ruppiner Land e. V., Tel. 03394 / 4199747,
*Andreas Bergmann, a.bergmann[at]lpv-prignitz-ruppin.de und
**Jakob Schenk, j.schenk[at]lpv-prignitz-ruppin.de

Mit der Moorschutz-Kooperative des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch soll der weiteren Zersetzung des Moorkörpers durch ressourcen- und klimaschonende Bewirtschaftungsweisen entgegengewirkt werden. Gemeinsam mit Flächeneigentümer*innen und Bewirtschafter*innen werden in der Region Flächen arrondiert, auf denen Moorregeneration stattfinden kann. Dabei fließen Erfahrungen aus dem Niederländischen Modell, in dem kooperativ entschieden wird welche Instrumente auf welchen Flächen umgesetzt werden können, in das Projekt ein.
Kontakt: Jana Albrecht, LFV Oberes Rhinluch e.V., Tel. 033055 / 22099, albrecht[at]oberes-rhinluch.de

Mit dem Blauen Band der Havel möchte der Landschaftspflegeverband Potsdamer Kulturlandschaft ein breit aufgestelltes Netzwerk aufbauen um die vielfältige Kulturlandschaft der Region zu erhalten, deren standortangepasste, klimaschonende Bodennutzung voranbringen und durch Elemente aus Landschaftsgestaltung, Naturschutz und Biotopverbund aufwerten. Aufgrund der vielen ehemaligen Obstbauplantagen in der Region wird das Thema Agroforst hier eine besondere Bedeutung einnehmen.
Kontakt: LPV Potsdamer Kulturlandschaft, Tel. 0331 / 7409143
Olivia Kummel, olivia.kummel[at]lpv-potsdamer-kulturlandschaft.de
Anne Brandenburger, annebrandenburger[at]lpv-potsdamer-kulturlandschaft.de

Mit dem einjährigen Konzipierungsprojekt des Landschaftspflegeverbands Uckermark-Schorfheide zum Rebhuhnschutz* werden die verbliebenen Bestände im Landkreis Uckermark analysiert, ein Maßnahmenkonzept zum effektiven Schutz des deutschlandweit stark bedrohten Rebhuhns (Perdix perdix) entwickelt, der Informationsaustausch und die Vernetzung zwischen relevanten Akteuren hergestellt und ein mehrjähriges Umsetzungsprojektes vorbereitet. Das Projekt Insektenmonitoring** evaluiert die Förderrichtlinie „Naturbetonter Strukturelemente im Ackerbau auf ausgewählten Standorten“ im Land Brandenburg.
Kontakt:, LPV Uckermark-Schorheide e. V., Tel. 033 31 / 29 87 90,
*Sarah Laubel, lpv.rebhuhn[at]gmx.de und
**Jan Noack, noack[at]lpv.de

Der Landschaftspflegeverband Mittlere Oder knüpft mit seinem Saatenreich Märkische Schweiz an die Netzwerke und Erfahrungen des laufenden Projekts „Blütenreich Märkische Schweiz“ an. Schwerpunkte des Projektes sind der Segetalartenschutz, die Vermehrung und Verteilung von ausgewählten Ackerwildkräutern sowie die Etablierung einer Verteilerstation für das Saatgut zum Erhalt und zur Entwicklung von wertvollen Ackerwildkrautgesellschaften.
Kontakt: Johannes Giebermann, Landschaftspflegeverband Mittlere Oder e.V., Tel. 0335 / 680 31 79, giebermann[at]lpv.mittlere-oder.de

In mehreren Landkreisen im Südosten Brandenburgs fehlen bislang Landschaftspflegeorganisationen oder vergleichbare kooperative Netzwerke. Daher werden in diesen Landkreisen durch die DVL-Koordinierungsstelle mit dem Projekt SüdOstNetzLand langlebige, regionale Netzwerke von Landnutzer*innen, Naturschützer*innen und weiteren lokalen Akteur*innen für eine nachhaltige und klimaschonende Landnutzung initiiert und langfristig etabliert. Die Gründung von neuen Landschaftspflegeverbänden zur Verstetigung dieser Netzwerke ist ein Ziel des Projekts.
Kontakt: Johanna Henkel, DVL-Koordinierungsstelle Brandenburg/Berlin, j.henkel[at]lpv.de

Weitere Informationen zu allen Projekten unter Projekte der LPV.

Aktuelles

22.12.2015

DVL im Niedermoor-Biomasseheizkraftwerk Malchin

Am 16. Dezember besuchte die DVL Koordinierungsstelle die Firma Agrotherm in Malchin und besichtigte dort zusammen mit Vertretern des Bundestages (Josef Göppel, MdB), des Bundeslandwirtschaftministeriums, des Umwelt- und Landwirtschaftministeriums Mecklenburg-Vorpommerns, der Landesforst, der...mehr

01.12.2015

DVL auf konstituierender Sitzung zu INTERREG V A

Am 3. Dezember 2015 finden sich die Mitglieder des Begleitausschusses zum Kooperationsprogramm Brandenburg Polen 2014-2020 zur konstituierenden Sitzung in Frankfurt/Oder zusammen. Auch die DVL-Koordinierungsstelle wird dabei vor Ort sein. Sie vertritt die Umwelt- und Landschaftspflegeverbände und...mehr

30.11.2015

Veranstaltung zur Förderung Natürliches Erbe reloaded

Am 2. Dezember wird es - wie bereits auf unserer homepage angekündigt - erneut eine Veranstaltung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) geben. Von 13.30 Uhr bis 17 Uhr stehen den Förderinteressierten Vertreterinnen und Vertreter des MLUL und der...mehr

27.11.2015

NEU: Broschüre zum Schutz von Ackerwildkräutern

Infos und Tipps rund um die landwirtschaftliche Praxis zur Förderung von Ackerwildkräutern sind in dieser Broschüre nachzulesen. Dabei richtet sich die Lektüre direkt an die Erzeuger_innen und Erzeuger und stellt neben den einzelnen Ackerwildkrautgesellschaften und ihren Standortansprüchen...mehr

27.11.2015

Präsentationen zur Förderung Natürliches Erbe sind da

Die auf der letzten Informationsveranstaltung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) und der Investitionsbank Land Brandenburg (ILB) am 23. November 2015 sind nun frei gegeben. Hier können Sie heruntergeladen werden: Vortrag Teil A+B, Hr. Herbst (MLUL) ...mehr

16.11.2015

NEU: Faltblatt zu Randstreifen erschienen

Sieben Verbände aus Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd sprechen sich in diesem Faltblatt speziell für die Anlage von Randstreifen als ökologische Vorrangflächen aus. Pufferstreifen an Gewässern, Wald und Ackerrändern schützen nicht nur Wasser und Boden maßgeblich vor Stickstoffeinträgen, sondern...mehr

12.11.2015

BNE - Fünfter Runder Tisch

Am 16. November treffen sich von 10 bis 16.30 Uhr Akteurinnen und Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Potsdam.  Der fünfte Runde Tisch widmet sich den Bausteinen der BNE im schulischen und außerschulischen Kontext. In den insgesamt fünf Arbeitsgruppen gibt es reichlich...mehr

03.11.2015

Infoveranstaltung zum Natürlichen Erbe

Am 23. November stellen sich Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) den Fragen Förderinteressierter zur neuen Richtlinie Natürliches Erbe. Zu jedem Teil der Richtlinie (A bis F) stehen die zuständigen Ansprecherpartner_innen bereit....mehr

15.10.2015

Eine Chance für den Agrarnaturschutz?

Im neuen Programm „Naturschutz-Offensive 2020“ des Umweltministeriums werden 40 vordringliche Maßnahmen zehn prioritären Handlungsfeldern zugeordnet.Einer der Handlungsschwerpunkte sind die Äcker und Wiesen. Als vordringliche Maßnahmen werden hier die Abschaffung der Agrarsubventionen nach 2020,...mehr

13.10.2015

NEU: Geobasierte Antragstellung!

Schon zum Herbstantrag (Einreichfrist bis 31. Dezember 2015) wird auf eine geobasierte Antragstellung umgestellt.Wichtig ist hierbei, dass noch in diesem Jahr alle Förderwilligen ihre Hinweise zur Referenzpflege beim Amt für Landwirtschaft einreichen müssen! Eine Skizzenabweichung von 8% ist nicht...mehr

Projektgebiete (dunkelgrün) der neu bewilligter Projekte von LPV (Verbandsregionen hellgrün im Hintergrund) und der DVL-Koordinierungsstelle in Brandenburg.
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